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Mittwoch, 26. Juli 2017

Von Tieren und Bergbau in den Bergen

Der Steinbock ist eines der Symboltiere der Berge, aber besonders der Alpen, und er wurde daher oft verwendet um Dokumente und Karten zu verzieren. 

 Der stolze Steinbock und seine Berge.

Im Mittelalter war Tirol, in den Ostalpen, eine der wichtigsten Bergbauregionen Europas. In den Bergen wurde unter oft schwierigen Bedingungen nach Kupfer, Silber und Gold geschürft. Diese Tirolkarte von 1609, in der Form eines Adlers, zeigt die Reichtümer des Landes. In der rechten Ecke stellt der Löwe den Handel mit Wein nach Süditalien dar. Der Steinbock in der linken Ecke stellt dagegen den Handel von Metallen, wie Kupfer, Silber und auch Gold, mit den Schweizer Kantonen dar.


Der Bedarf an Metallen zu jener Zeit war erheblich. Eisen wurde benötigt um Waffen und Werkzeuge herzustellen. Kupfer wurde für Werkzeuge und Kunstwerke verwendet. Gold und Silber waren für den Handel wichtig. Ein Nürnberger Metallhändler schreibt in 1523:

„Silber findt man die Menge in keinem anderen Land denn im Heiligen Reich, sondern alle umbliegenden christliche und unchristliche Land müssen aus Teutschen Landen mit Silber gespeist und versehen werden.“

Die schwierige Suche nach Erz in den Bergen, führte dazu, dass das einfache Volk sich den Bergsegen in den Alpen nur durch Sagen erklären konnte. Tiere spielen in mancher Sage zur Gründung eines Bergwerks eine wichtige Rolle, vor allem in der Steiermark, Tirol und im Salzburgischen Land. Meist sind es Pferde, Ochsen, Ziegen oder Jagdwild, die mehr oder weniger zufällig eine Erzader anzeigen. Laut Sage wurde das Erz von Schwaz in Tirol duch einen wilden Stier entdeckt, der mit seinen Hörnern das Erdreich aufwühlte und die Erzader so bloßlegte. Dieselbe Sage erzählt man sich über die Entdeckung des Kupfers bei Prettau. In Brixlegg (ebenfalls in Tirol) wird eine Grube „Geyer“ genannt, da laut Überlieferung einst ein Jäger in einem Geiernest lauter Erzbrocken fand und so das Erzaufkommen erst bekannt wurde.
In einer Variante dieser Sage wirft ein Hirte einer störrischen Kuh einen Stein hinterher. Ein Berggeist, der zufällig vorbeikommt, ruft daraufhin aus „Halt Bua! Da Stoan gilt mehr als d´Kuah!!“ Es stellt sich heraus das der Stein aus Erz oder Gold besteht.

Oft hat auch der Teufel seine Hufe im Spiel. In dieser alten Abbildung übergibt der Teufel, erkennbar an seinen Bockfüßen, einigen Knappen das Geheimnis einer reichen Erzader, allerdings zum Preis ihres Seelenheils.


Auch über das Ende eines Bergwerks wird oft in Zusammenhang mit Tieren berichtet. Einst, so die Sage aus Halle, zogen die Knappen von Schwaz, betrunken nach einem ausgiebigen Gelage, einem zufällig vorbeikommenden Ochsen aus Jux die Haut bei lebendigen Leibe ab. Die Knappen fuhren danach in die Stollen ein, aber die Strafe für ihre Frevel folgte bald. Die Stollen füllten sich mit Wasser und keiner der Knappen konnte entkommen. Noch heute fließt ein blutrot gefärbtes Rinnsal aus dem ehemaligen Bergwerk. Vielleicht ist diese Sage eine Anspielung an Erzauscheidungen aus dem Grubenwasser, die oft seltsame Farben annehmen können. 



Diese Sage ist in Nord- und Südtirol in verschiedene Varianten recht verbreitet, sie unterscheidet sich hauptsächlich nur in den grausamen Details. So wird in manchen lokalen Erzählungen zusätzlich noch Salz auf den Wunden des Tieres gestreut.

Also zum Schluss eine wichtige Bitte, seid niemals grausam zu Tiere, gleich welcher Art.

Euer,

Alfred.

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