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Sonntag, 25. Juni 2017

Der Klimawandel in den Alpen

Dichter und Naturforscher Johann Wolfgang von Goethe und der Naturforscher Friedrich Alexander Freiherr von Humboldt bemerkten schon vor über 200 Jahren, das Pflanzen in den Bergen auf verschiedenen Höhe vorkommen. Je höher man in den Bergen steigt, umso kühler wird. Bei gewissen Temperaturen können bestimmte Pflanzen nicht mehr überleben und nur noch angepasste Pflanzen kommen vor.


Das Klima in den Bergen wird aber immer wärmer. Pflanzen reagieren darauf, indem sie immer höher steigen, vor allem wärmeliebende Pflanzen steigen weiter nach oben. Kälteliebende Pflanzen wird es aber zu warm. Der Schweizer Alpinist und Botaniker Oswald Heer war einer der Ersten, der die Verbreitung der Pflanzenarten in dem europäischen Hochgebirge untersuchte. Im Jahre 1835 zählte er nur eine höhere Pflanze, den Alpen-Mannsschild, auf dem 3.411m hohen Piz Linard in der Silvretta-Gruppe. 1864 tauchte der Gletscher-Hahnenfuß und eine Margeriten-Art auf, 1895 zwei Steinbrech-Arten, 1911 waren es schon weitere acht Arten und 1937 waren es schließlich zehn Arten. Auf der Napfspitze in den Zillertaler Alpen, konnte ebenfalls eine Zunahme der Pflanzenarten von 31 auf 53 Arten beobachtet werden. In der Bernina-Gruppe stieg in den letzten 100 Jahren die Artenanzahl von 10 auf 28. Untersuchung zeigen allerdings auch, das die absolute Diversität in der Höhe abnimmt, die Gipfel werden immer einheitlicher in ihrer Pflanzendecke untereinander.

Auch die Baumgrenze hat sich in den Alpen um 100 Höhenmeter nach oben verschoben, in den dunklen Wäldern können aber viele lichtbedürftige Pflanzenarten nicht überleben. Zwergsträucher und Bäume verdrängen so viele alpine Spezialisten. Diese Pflanzen müssen nach oben hin ausweichen, wo sie Licht finden können. Die Wanderung von Pflanzen ist aber in den Alpen nach oben hin stark begrenzt.

Pflanzen können nicht einfach wie ein Steinbock dahin klettern wo es ihnen passt...


Viele Alpenpflanzen leben bereits im Schutt unterhalb der Gipfel, wo auch der höchste Berg zu Ende ist. Steile Felsen und Klippen können Pflanzen auch nicht gut hinaufklettere. Der Boden ist in höheren Lagen auch nicht so gut entwickelt wie in den tieferen Lagen. Viele Böden benötigen Jahrhunderte bis Jahrtausende um sich zu entwickeln. Erst in einer fernen Zukunft würden sich daher hoch in den Bergen gute Böden entwickeln, wo die verdrängten Pflanzen wieder wachsen könnten.

Eine Veränderung des Klima wirkt sich aber nicht nur direkt auf die Pflanzen aus, sondern verändert auch ihre Umgebung. Rutschungen und Felsstürze können im Hochgebirge häufiger werden. Was dabei mit den Pflanzen passiert weiß noch niemand so genau.

Euer,

Alfred.

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