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Samstag, 20. Mai 2017

Klimawandel macht Klettern gefährlich

Steinböcke lieben es zu klettern, und bevorzugen daher felsige Hänge und Geröllhalden in 1.600 bis 3.000m Höhe. Allerdings haben sich die Berge in letzter Zeit verändert, nicht immer zum Guten. Der Klimawandel ist besonders in den letzten Jahren immer schneller und stärker geworden. Das Klima ändert sich weil die Menschen Abgase und Treibstoffgase in die Luft blasen. Diese Gase halten die wärmenden Sonnenstrahlen zurück, die Erde wird immer wärmer. Auch in den Bergen merkt man das.


Der Klimawandel trifft die Alpen besonders hart. Hier war der Temperaturanstieg vom späten 19. Jahrhundert bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts um die 2°C, doppelt so hoch wie im globalen Durchschnitt. Die höheren Temperaturen haben nicht nur Einfluss auf Pflanzen und Tiere, sondern auch auf die Felsen und die Berge. Gletscher ziehen sich zurück und der Permafrost schmilzt ab. Permafrost ist gefrorener Untergrund. Eis das man dort findet, haltet oft die Felsen zusammen. Wenn Permafrost schmilzt, zerbricht der Fels und Wasser dringt in den Berg ein.
Erhöhte Steinschlaggefahr in den europäischen Alpen wurde mit dem Abschmelzen des Permafrosts in Zusammenhang gebracht. Allerdings ist es schwierig, die derzeitige Steinschlagaktivität mit der Vergangenheit zu vergleichen. Es gibt kaum Quellen dazu (wie zum Beispiel alte Fotos), und es ist daher schwierig einen direkten Zusammenhang mit dem Temperaturanstieg in den letzten 150 Jahren herzustellen. Forscher haben nun auf ungewöhnliche Dokumente zurückgegriffen um dieses Problem zu lösen, nämlich historische Beschreibungen von Kletterrouten.

Die ersten Kletterführer wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, mit dem Aufkommen des Alpinismus, veröffentlicht. Zuerst in englischer, später auch in deutscher Sprache und in immer größeren Zahlen. Viele Beschreibungen von Kletterrouten umfassen nicht nur die Lage, Art und Schwierigkeit einer Route, sondern auch mögliche Gefahren, wie brüchiger Fels oder Steinschlag. Durch das Vergleichen wie sich diese Beschreibungen in verschiedene Ausgaben von Kletterführern über die Jahre hin verändert haben, kann die Steinschlaggefahr abgeschätzt werden. In den letzten 148 Jahren haben sich bei 19% der Kletterrouten im Eigergebiet (das liegt in der Schweiz) die Gefahrenabschätzung geändert. Zumeist wurde die Gefahr von plötzlichen Steinschlag als höher eingestuft, oder der Fels als brüchiger bezeichnet (es gab allerdings auch positive Entwicklungen). Die Gefahr wurde besonders in den letzten Jahrzehnten als höher eingestuft.

Nicht nur grumpelige Steinböcke, auch der sorglose Umgang des Menschen mit der Natur kann in den Alpen gefährlich werden.

Euer,

Alfred.

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