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Freitag, 19. Mai 2017

Der Alpensteinbock

Hallo, mein Name ist Alfred ... ein fast echter Alpensteinbock ;) ... benannt nach dem berühmten Naturforscher Alfred Russel Wallace, und zusammen mit Karl Alpengams werde ich hier im Blog über meine Heimat in den Bergen und die Natur in den Alpen schreiben :)


“Der starke Steinbock ist das schönste Jagdtier, welches ich je gesehen habe. Er hat die wundervolle Hauptbewegung des Hirsches; das fast unverhältnismäßig große Gehörn beschreibt bei der kleinsten Kopfbewegung einen weiten Bogen.” So schreibt der Naturkundler Graf Johann Nepomuk Wilczek (1837-1922) über den Alpensteinbock.
Der Steinbock ist aber nicht nur in den Alpen verbreitet, sondern in allen Hochgebirgen bis nach Vorderasien und Afrika.

"Was für geschwinde und weite Sprünge dieses Their von einem Felsen zu dem anderen thut, ist unmüglich zu glauben!" so schwärmt der Schweizer Naturforscher Konrad Geßner in 1565, und stellt den Steinbock auch springend dar in seinem Thierbuch. Der Steinbock bevorzugt felsige Hänge und Geröllhalden in 1.600 bis 3.000m Höhe, steigt aber auch in der Winterzeit bis zum Rand der Bergwälder hinab.


In der Steinzeit ist der Steinbock, neben Gams und Murmeltier, ein wichtiges Jagdwild. Ab der Jungsteinzeit nimmt er aber rapide ab. Eine Klimaverbesserung und gleichzeitige Verschiebung der Vegetationsgrenze dürfte zu einem Rückzug des Steinbocks geführt haben. Im Hochmittelalter führen Rodungen, Siedlungsausbau, Jagdwaffenentwicklung und uneingeschränkte Jagd zu lokalen Aussterben. Im 15. Jahrhundert gab es in Tirol nur noch drei Gegenden mit Steinwild, das Zillertal, das Tauferer Tal und das Pitz/Kaunertal. Der Steinbock wurde gejagt, weil man dachte Steinbock-Produkte würden gegen allerlei Krankheiten helfen.
Der römische Artzt Marcellus schreibt im 5. Jahrhundert in seinen „De Medicamentis“, das die Losung des Steinbocks ein „unglaubliches und einzigartiges Mittel gegen Ischias und Gelenkentzündung sei, das selbst der Arzt Ausonius innerhalb von fünf Tagen von großen Schmerzen befreit hat.“ Im Mittelalter wurden allen Körperteilen Heilkräfte zugeschrieben, besonders gegen körperliche Schwäche und Schwindelgefühl. Im Jahre 1729 liest man in einer Innsbrucker Verordnung „Das Gescheibte von dem Steinbockhorn heilet, wenn man es in Milch gekocht, die Colic, und ist gut wider Mutterbeschwerden und andere dergleichen Frauenzimmer-Zufälle, die nicht weniger treffliche Mittel wieder wieder der Rauch davon, wenn man ihn durch Nase und Mund an sich zieht, ein vortreffliches Mittel wieder diesselben ist.“


Laut Hildegard von Bingen schützten Bekleidung aus Steinbockleder gegen Krankheiten. Sogar der Schwanzwedel vertreibe, so der Aberglaube, jegliche Zauberei. Natürlich waren auch die Hörner als Jagdtrophäe sehr beliebt. Die Hörner eines Steinbocks können bis zu 1m lang, und 5kg schwer werden. Die Hörner werden dazu genutzt die Rangordnung zu bestimmen, nur der stärkste Bock kann sich während der Brunftzeit paaren.

Erst Kaiser und begeisterter Jäger Maximilian I. gelang es gewisse Bereiche, wo der Steinbock noch vorkam, unter Schutz zu stellen. Gegen Mitte des 16. Jahrhunderts war das Steinwild in Tirol sehr selten geworden und ein Dokument aus dem Jahre 1574 gibt den Bestand ausdrücklich als erloschenen an. Im 18. Jahrhundert war der Alpensteinbock beinahe vollständig aus den Alpen verschwunden. Zum Glück konnte der Alpensteinbock im letzten Moment vor den Aussterben bewahrt werden.



Euer,

Alfred.

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